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DAS GRAUKÖPFCHEN

Grauköpfchen – Unzertrennlicher

Agapornis canus
Englisch: grey-headed Lovebird

DAS GRAUKÖPFCHEN

Verfasser und Fotos mit freundlicher Genehmigung: Eckhard Lietzow



Heimat:
Madagaskar umlaufend im weiträumigen
Küstenbereich. Im südwestlichen
Bereich ist die Unterart A. c. catumbella
beheimatet.
Teilweise auf den Komoren, Réunion,
Mauritius und Rodrigues.



BESCHREIBUNG:
Erstbeschreibung durch GMELIN als Psittacus canus, 1788
Größe 13 bis 14 cm, Gewicht 25 bis 32 g.
Details zur Gefiederbeschreibung sollen hier nicht vorgenommen werden, die Fotos dürften
reichen. Weitere Einzelheiten s. Anhang.


LEBENSRAUM:
Wie die meisten der Agapornisarten
bevorzugen auch Grauköpfchen
trockenes Buschland und
lockeren Waldbestand. Reisanbaugebiete
werden gern genutzt,
auch in unmittelbarer Dorfnähe.
Im Inneren Madagaskars mit
Höhenlagen von mehr als 1.200 m
sind die Vögel nur selten
anzutreffen.

 

 


STATUS:
In geeigneten Habitaten sind die Vögel durchaus noch häufig anzutreffen.

HALTUNG:
Bereits um 1860 sollen mehrere Paare im Zoo
von London gehalten worden sein. Karl Ruß
gelang 1872 die Welterstzucht.
Bis ins erste Drittel des vorigen Jahrhunderts
wurden Grauköpfchen regelmäßig eingeführt.
Nach einer Zwangspause (Ausfuhrstopp Madagaskars)
kamen zwischen 1970 und 1990
wieder einige Vögel nach Deutschland.






Haltungs- und Zuchterfahrungen gehen bei den Liebhabern weit auseinander. Während sich
einige Grauköpfchen auch nach längerer Eingewöhnung in eine andere Umgebung
schreckhaft zeigen, lassen sich andere durchaus in Zimmervolieren halten und schreiten dort
auch zur Brut. Bevorzugt sollte eine paarweise Haltung angestrebt werden, in größeren
Volieren ohne Brutmöglichkeiten kann auch eine Gruppenhaltung praktiziert werden.

ERNÄHRUNG:
Grauköpfchen sind in der Nahrungsaufnahme etwas wählerischer als die meisten Agapornisarten. Hier ist Geduld und Einfühlungsvermögen des Halters gefragt.
In den meisten Fällen bevorzugen die Vögel kleinkörnige
Saaten, was auch im Freiland festzustellen ist.
Verschiedene Gräser in halbreifem und reifem Zustand sollten so oft es geht gereicht werden. Ebenso verschmäht kaum ein Grauköpfchen Kolbenhirse oder die Blätter der Löwenzahnpflanze. Obst wird nicht von allen Vögeln akzeptiert, hier gilt es, hartnäckig zu bleiben und durch ständiges Angebot dennoch zum Erfolg zu kommen. Die übliche Samenmischung für Agaporniden und eine Mischung
verschiedener Wildsämereien bilden die Grundnahrung.

Auch im Freiland werden kleinste
Samen aus den Gräsern herausgearbeitet,
hier eine Männchen-Gruppe in Nordwest-Madagaskar.


 



ZUCHT:
Bereits angesprochen wurde die unterschiedliche Bereitschaft der Grauköpfchen zur Brut zu schreiten.
Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass Stämme existieren, die relativ unproblematisch zu vermehren sind. Zweckmäßig ist ein Querformat-Nistkasten, der nicht zu kurz sein sollte. Eine Kontrollklappe am Stirnende (entgegengesetzt zum Einschlupfloch) hat den Vorteil, dass bei Kontrolle das Weibchen nach vorn ausweichen kann und so das Gelegenicht beschädigt.
Junge Grauköpfchen sind im Vergleich zu anderen Agapornisarten recht klein und tragen ein relativ dichtes weißliches Dunenkleid. Zwischen dem 10. Und 14. Lebenstag sollten die Jungen beringt werden. Es bieten sich Ringgrößen zwischen 3,8 und 4,0 mm an. In älteren Publikationen ist zu lesen, dass junge Männchen im Freiland mit grünem oder nahezu grünem Kopf das Nest verlassen, das muss klar widerlegt werden (s. Foto)!

Zwei junge Grauköpfchen (1,1) schauen aus der
Höhle, die sich in nur knapp 2 m Höhe befindet.
Nordwest-Madagaskar (2008)
Bei Volierenbruten kommt es nicht selten vor,
dass 6 Eier gelegt werden und die Jungen auch
aufgezogen werden.

Brutdaten
4 bis 6 Eier
Mittlere Größe etwa
18,5 x 14,8 mm
Brutdauer 21 bis 22 Tage
Nestlingszeit 37 bis 40 Tage
Ein Paar Grauköpfchen
an seiner Bruthöhle, die
sich in weniger als 2 m
Höhe befindet.
Nordwest-Madagaskar


Anhang / Literatur
Renate und Jörg Ehlenbröker / Eckhard Lietzow: Agaporniden und Sperlingspapageien,
Verlag Eugen Ulmer, 2010, ISBN 978-3-8001-5431-9
AZ-Standard für detaillierte Gefiederbeschreibung
Die gesamte Publikation ist urheberrechtlich geschützt!
© Eckhard Lietzow
www.lietzow-naturfotografie.de